Das Mandat - Häufige Fragen

Häufige Fragen von Kunden bzw. Mandanten.

Muss der Anwalt das Mandat bzw. den Auftrag annehmen ?

Da jeder Rechtsanwalt und auch Ihre Rechtsanwältin aus Friedrichsdorf für die Ausführung des erteilten Mandats in persona verantwortlich ist, muss er das Mandat nicht übernehmen. Jeder Rechtsanwalt kann frei entscheiden, welche Interessen und Mandanten er vertreten möchte. Das ist zum Beispiel möglich, wenn ihm die erforderliche Expertise fehlt oder er das Mandat wegen anderer Verpflichtungen nicht fix bearbeiten kann. Bei einem Interessenkonflikt muss er das Mandat ablehnen. Beigeordnete Anwälte stellen hierbei eine Ausnahme dar. Die Beiordnung kann durch richterlichen Beschluss geschehen. Auf jeden Fall müssen Sie Ihrem Anwalt eine schriftliche Vollmacht erteilen, damit er sich gegenüber Ihrem Gegner oder anderen Beteiligten als Ihr Bevollmächtigter legitimieren kann.

Wann ist der Mandatsvertrag bzw. das Mandat beendet? Unter welchen Umständen ist das Mandat beendet ?

Wenn der Fall erledigt ist,

endet für gewöhnlich das Mandat. Sei es zum Beispiel durch die erfolgreiche Durchsetzung Ihrer Forderung, in einem abschlägigen Urteil oder durch Vergleich.

Wenn der Anwalt das Mandat vorzeitig kündigt,

spricht man von der Niederlegung des Mandats. Dies erfolgt ohne Fristen und Begründung durch eine entsprechende Mitteilung an Sie. Hauptgründe für die Niederlegung sind nicht gezahlte Honorare oder persönliche Querelen, die das Verhältnis erschüttern, dass der Anwalt auf das Mandat verzichtet. Dasselbe gilt, wenn der Mandant wiederholt den anwaltlichen Rat ignoriert.


Zu Unzeiten kann der Anwalt nur mit Begründung kündigen. Unzeiten heißt hierbei zum Beispiel mitten in der laufenden Verhandlung, kurz vor Ende einer unbearbeiteten Frist oder in sonstigen Zwangslagen. Zum Beispiel bei Zahlungsverzug, ein ex abrupto aufgetretener Interessenkonflikt, erwiesene Aussichtslosigkeit oder die Bedrohung durch den Mandanten. Ansonsten verliert der Anwalt seinen Honoraranspruch und macht sich eventuell sogar schadensersatzpflichtig, weil der Mandant einen anderen Anwalt beauftragen muss. Außerdem riskiert er eine Anzeige bei der Rechtsanwaltskammer und standesrechtliche Konsequenzen. Falls Ihr Anwalt das Mandat wegen Krankkeit aufgeben muss, bleibt es beim Honoraranspruch für schon erbrachte Leistungen.

 

Beispiel:

Der Mandant verlangt die wortgenaue Einsendung eines eigenen Schriftsatzes, den der Rechtsanwalt wegen des deplatzierten Inhaltes, gegenüber der Gegenseite ablehnt. Der Mandant reicht daraufhin den Schriftsatz trotzdem selbst direkt bei Gericht ein. Hier darf der Rechtsanwalt das Mandat niederlegen, ohne auf das Honorar für die bisherige Tätigkeit verzichten zu müssen (AG München, Urteil vom 28. 5. 2008, 222 C 30394/07). 

Wenn Sie den Anwaltsvertrag vorzeitig kündigen,

brauchen Sie keine Kündigungsfrist einhalten. Machen Sie das Ganze am besten schriftlich. Der Anwalt behält den Honoraranspruch für angefallene Leistungen. Bis zur Erfüllung seines Honoraranspruchs darf der Anwalt die Akte zurückbehalten.

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